Wein und Gesundheit

Eine Reihe von Medizinern hat sich mit der gesundheitlichen Bedeutung von Wein auseinandergesetzt. Besonders hervorzuheben ist das Buch von Dr.med. Kliewe " Wein und Gesundheit" und das Buch "Wein - Genuss und Gesundheit" von Prof. Dr. Klaus Jung. Alle Autoren sind sich einig, daß Wein - in Maßen genossen - dem gesunden Menschen nicht schadet, vielmehr einer Reihe von Erkrankungen vorbeugt bzw. heilt. Alle, besonders ältere Menschen sollten einige allgemeine Grundsätze beachten, damit der Weingenuss ungetrübte Freude bereitet.

Altersschwäche

Mineralstoffreiche Weine unterstützen den Stoffwechsel älterer Menschen, senken den Cholesterinspiegel und lassen besser schlafen und durchatmen. 1/8 bis 2/8 l mittags und abends zu den Mahlzeiten trinken, mittags einen älteren Riesling, abends einen älteren Spätburgunder Rotwein.

Appetitmangel

Rotweine wirken allgemein stärkend.1/8 l Spätburgunder jeweils eine halbe Stunde vor den Mahlzeiten trinken, evtl. erwärmen mit Eigelb und Honig. Blähungen Mineralstoffe und Spurenelemente bekämpfen die Darmträgheit. Dazu 1/2 l trockener Weißwein pro Tag zwischen den Hauptmahlzeiten trinken.

Durchblutungsstörungen

Rotwein verbessert die Elastizität der Gefäße und erweitert sie. Jeden 2. Tag 3/4 l nicht zu schweren Rotwein über den Tag verteilt trinken.

Erkältungskrankheiten

Günstige Wirkung durch Vitamin C und Eisengehalt der Weine Außerdem wirkt der Alkohol bakterizid. 1/2 l Weißwein zwischen den Mahlzeiten.

Fettsucht / Übergewicht

Trockene Rose´ und Weißweine sind harntreibend. Sie sind reich an Kalzium und regen damit den Stoffwechsel an. Insgesamt 3/4 l pro Tag zu und unmittelbar nach den kalorienarmen Mahlzeiten.

Kreislaufschwäche

Rieslingsekt wirkt kreislaufanregend. Täglich 1 - 2 Gläser trockenen Sekt zwischen den Mahlzeiten trinken.

Magenschwäche

Ältere Spätburgunder fördern die Absonderung der Verdauungsfermente. 1/4 l am Ende der Mahlzeiten.

Nervenschwäche

Der Phosphatgehalt des Weines wirkt als Nährmittel des Nervensystems. 1/2 l zwischen den Mahlzeiten.

Nervöse Depressionen

Die Kalk-Phosphat-Verbindungen wirken stimulierend. 1/4 l vor und während den Mahlzeiten.

Schlaflosigkeit

Halbtrockene Spätburgunder wirken beruhigend. 1/2 bis 3/4 l nach dem Abendessen.

Wein als Arznei hat eine Jahrhunderte lange Tradition und wird heute gerne wieder genutzt. Der Spruch: "Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker" entfällt beim moderaten Weingenus.

Wieviel jeder Einzelne verträgt, ist individuell ganz unterschiedlich. Erstaunlicherweise haben viele Studien gezeigt, daß mäßiger Alkoholkonsum die Lebenserwartung erhöht.
Was aber ist "mäßig"? Die Antworten gehen je nach Studie weit auseinander: Von einem Glas Wein pro Woche bis zu einer Flasche am Tag.
Der Zusammenhang von "mäßigem" Alkoholkonsum und geringerer Sterblichkeit ist unter Fachleuten weitgehend anerkannt. Viele Abstinenzler könnten aus gesundheitlichen Gründen dem Alkohol entsagen. Daraus würde sich ihre höhere Sterblichkeit erklären.

Seit den Anfängen der Medizin streiten sich die Gelehrten über die gesundheitliche Wirkung des Weins: Asklepiades, ein berühmter griechischer Arzt, der im ersten Jahrhundert v.u.Z. lebte, verordnete so viel Wein, daß er unter dem Beinamen "Der Weingeber" bekannt wurde. Viele arabische Gelehrte des Mittelalters glaubten, daß es gesundheitsfördernd sei, sich einmal im Monat zu betrinken, da der folgende Schweißausbruch den Körper reinige und der Tiefschlaf die Lebensgeister erfrische.

Ganz anderer Auffassung war Christoph Wilhelm Hufeland (1762 - 1836), Leibarzt von Goethe und Schiller. Er schrieb, daß "spirituöse Getränke die Lebensconsumtion auf eine fürchterliche Art" beschleunigen, vielerlei Krankheiten und "eine schreckliche Abstumpfung des Gefühls im Physischen und Moralischen" erzeugen. Wein sei "keineswegs eine Nothwendigkeit zum langen Leben".

Einige Studien aus den letzten Jahren scheinen jedoch eine positive Wirkung von Wein auf Herz und Kreislauf zu belegen.

 

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